Erfolgreicher Auftakt der kulturgeschichtlichen
Spaziergänge „Auf den Spuren steinerner Zeitzeugen“
Am Samstag, den 21. März starteten 10 gutgelaunte Teilnehmer bei bestem Frühlingswetter am Gemeindebüro in Dreis auf den ersten rund 2,5 km langen kulturgeschichtlichen Spaziergang „Auf den Spuren Steinerner Zeitzeugen“ entlang des Dreiser-Kreuze-Weges.
Alfred Herges, der sich zusammen mit 4 weiteren Dreiser Bürgern seit Jahren ehrenamtlich im Arbeitskreis Wegekreuze für die Erhaltung der sakralen Flurdenkmale in und um Dreis engagiert, begrüßte die Gäste am Galgenkreuz, das an der Fassade des Gemeindebüros einen neuen, geschützten Platz gefunden hat.
Anschließend führte er die Teilnehmer zu den zahlreichen faszinierenden Flurdenkmälern im Ortskern. Während des Spaziergangs informierte der engagierte Denkmalschützer, dass die Grundlage für die ehrenamtliche Tätigkeit der Arbeitsgruppe Wegekreuze das 1957 fertiggestellte Manuskript des Trierer Lehrers und Hobby-Volkskundlers Georg Meyer (1895-1974) ist. Meyer hat jahrzehntelang in den Eifel- und Moselgemeinden zwischen Trier und Koblenz die sakralen Flurdenkmäler inventarisiert.
Alfred Herges verwies auf die besondere Dichte der „Steinernen Zeitzeugen“ speziell in Dreis, die u.a. wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Eifelgemeinde in einem Sandsteinabbaugebiet lag und dass im Ort einige selbständige Steinmetze tätig waren. Hauptsächlich ist laut Herges die große Anzahl an sakralen Flurdenkmälern in Dreis jedoch auf die rund tausendjährige Zugehörigkeit des Ortes zum Kloster Echternach zurückzuführen.
Alle Wegekreuze und Bildstöcke, die ehrenamtlich mit viel Liebe zum Detail restauriert und teils an neuen Standorten aufgestellt wurden, haben eigene häufig sagenumwobene Geschichten, bestechen durch Putten- und Heiligendarstellungen aus dem Zeitalter des Barock und weisen wiederkehrende, unverkennbare Typologiemerkmale auf.
Der Austausch der Arbeitsgruppe Wegekreuze insbesondere mit den älteren Mitbürgern der Gemeinde, offenbarte fundiertes Hintergrundwissen zu den einzelnen Flurdenkmälern, welches im Buch „Steinere Zeitzeugen“ umfassend dokumentiert ist und dass Herges den Teilnehmern mit herzzerreißenden Erzählungen und teils mit einem amüsierten Augenzwinkern vermittelt hat.
Der kulturhistorische Spaziergang endete nach rund zwei Stunden am sogenannten Pferdekreuz an der Einmündung der Bergstraße in die Freie Reichsstraße. Anschließend waren alle Teilnehmer auf dem Dorfplatz zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen eingeladen. Hier war Zeit und Gelegenheit über das spannend erzählte Wissen zu fachsimpeln und nette Gespräche zu führen.
Wer diesen ersten besonderen Spaziergang zu den steineren Zeitzeugen in Dreis verpasst hat, sollte sich folgenden Termin im Herbst schon heute vormerken: Am Samstag, 12. September wird der kulturhistorische Spaziergang wiederholt. Ab 14 Uhr mit Start am Gemeindebüro in der Kirchstraße werden die alten Sagen um Werwölfe, die Pest und Feuersbrünste in Dreis wieder lebendig.








