Neuerburg
Neuerburg
Am Fuß des markanten Neuerburger Kopfes schmiegt sich der Wittlicher Stadtteil Neuerburg in die weite Landschaft der Wittlicher Senke. Der 287 Meter hohe Basaltkegel erhebt sich kraftvoll und zugleich harmonisch über Felder und Wiesen – ein weithin sichtbares Wahrzeichen, das dem Ort eine unverwechselbare Silhouette verleiht. Hier verbinden sich Naturraum, Erdgeschichte und gewachsene Ortsstruktur zu einem stimmungsvollen Gesamtbild.
Der Neuerburger Kopf ist vulkanischen Ursprungs. Anders als bei klassischen Vulkanausbrüchen konnte die Magma die festen Sandsteinschichten nicht durchbrechen. Sie erstarrte unterhalb der Erdoberfläche, wodurch die charakteristische Kegelform entstand, die bis heute nahezu unverändert erhalten ist. Die geologische Entstehung reicht rund 110 Millionen Jahre zurück und dokumentiert eine der frühesten vulkanischen Aktivitäten in Deutschland. Seit 2021 ist die Stadt Wittlich Teil des UNESCO Geopark Vulkaneifel – ein Prädikat, das die herausragende erdgeschichtliche Bedeutung der Region eindrucksvoll unterstreicht.
Auch historisch blickt Neuerburg auf eine lange Entwicklung zurück. Der Ortsname leitet sich von „novum castrum“ – der „Neuen Burg“ – ab. Im 12. Jahrhundert wurde auf den Resten einer Burganlage aus dem 6. Jahrhundert eine neue Befestigung errichtet. Seit dem 13. Jahrhundert besteht hier eine Siedlung, die sich über Jahrhunderte hinweg behauptete. Im Zuge der Gebietsreform im Jahr 1969 wurde die ehemals eigenständige Gemeinde in die Kreisstadt Wittlich eingegliedert und ist seither ein lebendiger Stadtteil mit eigenem Profil.
Ein aktives Vereinsleben prägt den Stadtteil. Ob Sportverein, Freiwillige Feuerwehr, Wanderclub, Karnevals- oder Angelsportverein, Kirchenchor, Männergesangsverein oder Heimatverein Böllerschützen, für jedes Hobby ist etwas dabei. Traditionell wird am zweiten Wochenende im August die Neuerburger Kirmes im Bürgerhaus gefeiert. Am Kirmessonntag findet eine Bergmesse auf dem Neuerburger Kopf statt.
Regionale Erzeugnisse tragen zusätzlich zum authentischen Charakter des Ortes bei. Saisonale Produkte wie Kartoffeln, Kürbisse und Erdbeeren von „gute Neuerburger“, frisches Gemüse von „Feldfreude“, ein herzhaftes Angebot bei „Ibo’s Grill“ oder feine Likörspezialitäten der Brennerei „Bauer und Bauer“ stehen für Qualität aus der Region und kurze Wege zwischen Erzeugern und Verbrauchern.
Für Natur- und Wanderfreunde eröffnet Neuerburg attraktive Perspektiven. Der Jakobsweg Eifel-Camino (Etappe 5) führt durch den Ort und lädt Pilgernde wie Erholungssuchende zum Innehalten ein. Der im Jahr 2025 eröffnete Wanderweg „Römer, Ritter und Vulkane“ verbindet den Neuerburger Kopf mit dem benachbarten Lüxeberg. Entlang der Strecke vermitteln Informationstafeln anschaulich geologische und historische Hintergründe. Vom Gipfel aus bieten sich weite Ausblicke über die Wittlicher Senke und in die sanft geschwungene Eifellandschaft – ein Panorama, das Ruhe und Weite spürbar werden lässt.
Gleichzeitig profitiert Neuerburg von seiner unmittelbaren Nähe zur Stadt Wittlich. Der historische Marktplatz, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten sowie ein breites gastronomisches und kulturelles Angebot sind in wenigen Autominuten erreichbar. Über die Bundesstraßen B 49 und B 50 sowie die nahegelegene Autobahn A 1 ist der Stadtteil regional und überregional gut angebunden. Der Wittlicher Hauptbahnhof im Stadtteil Wengerohr gewährleistet Bahnverbindungen in Richtung Trier, Koblenz und Luxemburg.
So vereint Neuerburg naturnahes Erleben, gelebte Geschichte und zeitgemäße Infrastruktur. Wer die Verbindung aus landschaftlicher Weite, gewachsener Gemeinschaft und der Nähe zu urbanen Angeboten sucht, findet hier einen Ort, der Ruhe schenkt und zugleich neue Perspektiven eröffnet.


