Sehenswürdigkeiten Wittlich Stadt

Sehenswürdigkeiten in der Stadt Wittlich

Alte Posthalterei

Alte Posthalterei

Die "CASA Tony M." ist in der Alten Posthalterei Thurn & Taxis, einem prächtigen Barockbau aus den 1750er Jahren, der zwischen 2014 und 2016 aufwendig restauriert wurde, untergebracht. Beachtenswert sind in dem siebenachsigen Gebäude mit drei Vollgeschossen über einem deutlich älteren Keller und einem dreistöckigen Speicher im prunkvollen Mansarddach, Details wie die mit Originalschnitzwerk versehenen Türen. Die CASA Tony M. zeigt Wechselausstellungen mit Werken des international bekannten aus Wittlich stammenden Malers, Cartoonisten, Filmemachers und Grafikers Tony Munzlinger (geb. 1934 in Wittlich). Gezeigt wird ein Ausschnitt aus der Sammlung, der das künstlerische Spektrum Munzlingers nur anreißen kann. Schwerpunkte sind Landschaftsmalerei, Totentänze, die griechische Mythologie, Namibia, Cartoons und Arbeiten für Kinder sowie im Treppenhaus des Museums Plakate zu seinen Ausstellungen. Für Kinder wurde explizit ein Raum "per bimbi" geschaffen, wo sie nicht nur wunderbar karikierte Darstellungen aus Märchen und bekannten Kinderbüchern bestaunen können, sondern selbst künstlerisch tätig werden dürfen. Auch ein "Fernsehzimmer" animiert, die SWR-Produktionen "Unterwegs mit Odysseus" und "Abenteurer des Herakles" direkt im Museum zu betrachten.


Altes Rathaus

Altes Rathaus mit Osterglocken im Vordergrund

Das eindrucksvolle Alte Rathaus (1652 mit Anbau 1922) dominiert den historischen Marktplatz der Säubrennerstadt und verleiht ihm im Zusammenspiel mit den gegenüberliegenden, denkmalgeschützten Häusern Schönheit und Einzigartigkeit. Bemerkenswert ist u.a. der Pestheilige St. Rochus, der die Front des Gebäudes ziert und der, traditionell zur Säubrennerkirmes, in einer feierlichen Zeremonie mit einem Blumenstrauß bedacht wird. Der attraktive Renaissancebau ist heute Sitz der Tourist-Information Wittlich Stadt& Land , des Kulturamtes der Stadt Wittlich und beherbergt zudem die städtische Galerie für Kunst. 

Die erstaunliche Ausstellung im Erdgeschoss ist dem bekannten Künstler Georg Meistermann gewidmet, der für die Stadt Wittlich zwischen 1949 und seinem Tod im Jahre 1990 viele Glasfenster schuf und verfügte, dass ein Teil seines Nachlasses hier seine Heimat finden soll. Besonders beeindruckend sind die großformatigen und farbenprächtigen Entwürfe zu den Fenstern in der St. Markus Kirche, die aufwendig restauriert wurden. Das historische Treppenhaus und den Saal 101 zieren weitere Meistermannfenster. Insbesondere die „Apokalyptischen Reiter“ zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock sind hier besonders sehenswert.
Neben der Meistermann-Ausstellung sind jährlich zwei bis drei weitere Ausstellungen in den sechs Sälen des ersten Stockwerks zu sehen. Dabei müssen Aufgrund der Enge der einstigen Verwaltungsbüros bezüglich der ausgestellten Formate der Kunstwerke immer wieder Zugeständnisse gemacht werden. Allerdings verfügt die historische Architektur hier über einen besonderen Charme, der faszinierende Blickfänge und ausgefallene Aussichten entstehen lässt.
Der historische Große Sitzungssaal ist bei den Wittlichern sehr beliebt und wird gerne für festliche Trauungen und Empfänge genutzt. Die Gestaltung und Ausstattung des Saales ist eine der ganz wenigen original erhaltenen Innenarchitekturen des Trierer Künstlers Fritz Quant und ebenso sehenswert wie das gesamte außergewöhnliche Gebäude.


Kultur- und Tagungsstätte Synagoge

1910 errichtete die jüdische Kultusgemeinde Wittlich die prachtvolle neue Synagoge. Der Kreisbaumeister Johannes Vienken orientierte sich während der Planung an der Darmstädter Synagoge. So wurde die traditionell vorgegebene Synagogenanlage, ein rechtwinkliger Hauptraum für die Männer mit schmaler nach Osten gerichteter Nische als Aufbewahrungsort der Thora-Rollen und mit Emporen für die Frauen auf den anderen drei Seiten, mit Elementen aus der Neoromanik und des Jugendstils verwirklicht. 1938 wurde die Synagoge von den Nationalsozialisten geschändet, die die Einrichtung zerstörten und nur aus Furcht, die Nachbarhäuser zu gefährden, darauf verzichteten das Gebäude anzuzünden. Nach 1945 existierte in Wittlich keine jüdische Bevölkerung mehr und die Synagoge ging in den Besitz der jüdischen Kultusgemeinde Trier über, die es in den 1970er Jahren an die Stadt Wittlich verkaufte. Das entwidmete Gebäude wurde mit Bundesmitteln aufwendig restauriert und 1985 als Kultur- und Tagungsstätte eröffnet. Eine weitere Renovierung erfolgte 2010 zum 100. Geburtstag der Synagoge. Sie ist eine der Größten in Rheinland-Pfalz und ihre Ästhetik fasziniert noch heute die zahlreichen Besucher. Der Synagoge angeschlossen ist die Dauerausstellung "Jüdisches Leben in Wittlich".


Römische Villa

Römische Villa

Erst Opfer der Barbaren, dann teilweise vom Fluss weggespült und schließlich musste sie unserer modernen Verkehrsinfrastruktur weichen. Aber dies alles konnte ihre Bedeutung nicht schmälern: Die Römische Villa von Wittlich war eines der größten und prächtigsten Landgüter weit und breit. Imposant am Ufer der Lieser gelegen, war sie 140 m breit und wohl bis zu 25 m hoch. Drei Gebäudeteile gab es, die Wandelgänge miteinander verbanden. Im eindrucksvollen Mittelbau befanden sich luxuriöse Wohnräume, ein Festsaal und einige Wirtschaftsräume inklusive Küche. Empfingen hier die Gutsherren ihre Gäste? Wo jetzt der Brückenpfeiler steht, war ein Gebäudetrakt mit Speicherräumen und Ställen für circa 12 Tiere, darüber ebenfalls luxuriöse Wohnräume mit Wandmalereien und Marmor. Auf der anderen Seite schloss sich ein ausgedehnter Wellnesstrakt an, der leider zum Teil von der Lieser weggespült wurde. Wie er genau aussah, weiß man nicht mehr. Auf der anderen Uferseite standen Nebengebäude und ein Brunnen. Schlossen sich weite Felder und Viehweiden an? 


Eine Station der Straßen der Römer.  Mit Hilfe der Argo App werden antike Denkmäler in der früheren Pracht auf dem mobilen Endgerät präsentiert. 


St. Markus Kirche

St. Markuskirche Wittlich von oben

Die heutige Pfarrkirche, die im historischen Stadtzentrum steht, wurde zwischen 1709 und 1723 unter den Erzbischöfen Johann Hugo von Orsbeck und Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg erbaut und steht unter dem Schutz des Pfarrpatrons St. Markus. Die feierliche Weihe der Kirche erfolgte allerdings erst im Jahre 1727.  Es handelt sich um eine vierjochige Pfeilerbasilika in einer Mischung aus nachgotischen und einfachen frühbarocken Formen, die sich in ein Hauptschiff und zwei Seitenschiffe teilt. Im Westen vorgesetzt ein dreigeschossiger Turm mit geschweifter Haube, der das Geläut beherbergt. Der Hochaltar wurde 1749 aus der Dominikanerkirche in Koblenz erworben. Das qualitätsvolle Chorgestühl an der Südwand entstand um 1770, das an der Nordwand wurde um 1820 nachgeschaffen und beide nochmals 1927 erweitert. Die Seitenaltäre aus dem Jahre 1747 in den Seitenschiffen stammen vom Hofschreiner Conrad Fischer.
Der Orgelprospekt aus dem Jahre 1769, der von Peter und Nikel Schreiber gefertigt wurde, ist erhalten geblieben. Die Orgel wurde 1848 durch Wilhelm Breidenfeld aus Trier und 1958 durch den Orgelbauer Johannes Klais aus Bonn umgebaut. Sie verfügt über 38 Register, die auf drei Manuale und die Pedale verteilt sind.  
Das Taufbecken wurde 1727 von dem Koblenzer Bildhauer Lorenz Staudacher geschaffen. Unter den vielen figürlichen Kunstwerken, die in der ganzen Kirche verteilt sind, ragt die Holzfigur des Hl. Johannes des Täufers aus dem 15. Jhd. besonders hervor. Der freistehende Altartisch (1971) und der Ambo (1976) mit ihrer Lebensbaumsymbolik sind Werke des Wittlicher Bildhauers Hans Scherl.

Die Kirchenfenster entstanden nach dem Krieg zwischen 1949 und 1952 als aufeinander abgestimmte Zyklen. Im nördlichen Seitenschiff zeigen sie Szenen des alten Testamentes (Alois Stettner und Prof. Heinrich Dieckmann) und im südlichen Seitenschiff neutestamentliche Heiligendarstellungen (Prof. Dieckmann und Maurice Rocher). Die Chorfenster von Prof. Georg Meistermann vergegenwärtigen die Hochfeste des Kirchenjahres Weihnachten, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. .


Türmchen

Türmchen

Im Wittlicher Türmchen wird auf wenigen Quadratmetern die Wohnsituation des mittelalterlichen Türmers mit Aufenthalts- und Schlafraum simuliert. Außerdem befinden sich im HisTörchen weitere, ausgewählte historische Exponate, wie zwei Takenplatten und eine aus dem Schloss Philippsfreude stammende Kanone. Die im Eingangsbereich installierte Beschallung transportiert weitere, interessante Informationen über die ehemalige Befestigung.
Im Obergeschoss sind Graphiken mit Motiven aus der Stadt zu sehen, die zwischen 1946 und 1949 von der Künstlerin Hedwig Schulze geschaffen wurden. Unser Tipp: die Motive wurden 2017 von der Künstlerin Senne Simon in zweiter Auflage gedruckt und sind in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus erhältlich.

Zur Geschichte der Stadt informiert der 12minütige Film „Türmchen – das Wittlicher HisTörchen“, der nach einer Idee von Bürgermeister Joachim Rodenkirch und der Leiterin des Kulturamtes der Stadt Wittlich, Elke Scheid, entwickelt und gestaltet wurde. Besonders erwähnenswert ist dabei, dass die Vertonung und Erstellung des Films von jungen Wittlicher Firmen realisiert wurde und es sich bei dem Sprecher um den aus Wittlich stammenden Schauspieler Manuel Klein handelt. Der informative Zeichentrickfilm richtet sich an Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene.

Aus Sicherheits- und Platzgründen können nur 6 erwachsene Personen gleichzeitig das Museum besuchen. Den Schlüssel erhält man im Alten Rathaus, Neustraße 2, Wittlich. Der Eintritt kostet € 1,--.



Neuerburger Kopf und Lüxeberg

Blick auf Neuerburger Kopf

Der Neuerburger Kopf ist ein erloschener Vulkankegel von 286 m Höhe und das Wahrzeichen der Wittlicher Senke.

Der Vulkankegel entstand vor 108 Millionen Jahren. In die devonischen Sandsteinschichten drang Magma ein und erstarrte noch unterhalb der Erdoberfläche. Dieser Gang oder Schlot aus hartem Basalt schützte den umgebenden Sandstein vor Erosion, so dass die heute noch gut erkennbare Kegelform des Neuerburger Kopfes übrig blieb. Mit der Einordnung in die Kreidezeit handelt es sich beim Neuerburger Kopf und beim benachbarten Lüxeberg um die ältesten vulkanischen Erscheinungen der Eifel.

Der Neuerburger Kopf hieß früher Merkuriusberg (Mercurius, römischer Gott des Handels). Der frühere Name erklärt sich durch die neben ihm kreuzenden römischen Handels- und Heerstraßen. Der heutige Name bezieht sich auf eine Burg. Erzbischof Albero (1131–1152) ließ eine „novum castrum“ (= neue Burg) bauen, vollendet wurde diese 1168 durch Erzbischof Hillin, erweitert wurde sie von Erzbischof Heinrich II. (1260–1286). Die Burg wurde vor allem zum Eintreiben von Zöllen auf der benachbarten Handelsstraße genutzt und gehörte zu den sieben kurtrierischen Burgen, wie auch Manderscheid, Arras, Saarburg, Grimburg, Welschbillig und Ehrenbreitstein. Im Schutz der Burg siedelten sich die letzten Bewohner des von der Pest heimgesuchten und daher aufgegebenen Ortes Hatzdorf an und gründeten das Dorf Neuerburg. Zerstört wurde die Burg Neuerburg aller Wahrscheinlichkeit nach im Jahr 1689 durch den französischen Marschall François de Créquy, der von Mont Royal aus auch Wittlich zerstören ließ. Heute sind nur noch wenige Mauerreste zu finden.


Heiligkreuzkapelle Wittlich

Inschrift Heiligkreuzkapelle Wittlich

Unmittelbar an der rund 20 km langen "Eifel-Camino" - Etappe von Wittlich bis Klausen gelegen befindet sich die denkmalgschützte Heiligkreuzkapelle aus dem Jahr 1712. Die quadratische, dreiseitig offene Heiligkreuzkapelle wurde 1712 von Conrad Wolff, einem angesehenen Wittlicher Baumeister und Steinhauer, errichtet. Die geschweifte Haube der Kapelle ruht auf der rückwärtigen Wand und zwei Pfeilern, die auf die umlaufende Brüstungsmauer gestellt wurden. Im Innern erhebt sich über einem hohen Sockel eine mächtige, mit der Darstellung einer Beweinung im Klausener Stil geschmückte, Predella. Darüber ragt eine Kreuzigungsgruppe bis weit in den Dachstuhl hinein.